Handlungstheorie und Kulturpsychologie Vergrößern

Handlungstheorie und Kulturpsychologie

Handlung Kultur Interpretation, 2006, Heft 1
Handlungstheorie und Kulturpsychologie
Zeitschrift für Kultur- und Sozialwissenschaften
Hg. von Elfriede Billmann-Mahecha, Alexander Kochinka, Carlos Kölbl, Robert Montau und Jürgen Straub

15. Jg, Heft 1, Mai 2006, ISSN 0942-8356
Die Zeitschrift wurde mit dem Jahrgang 2007 eingestellt.

Einzelheft 17,00 Euro
E-Book (PDF) 11,80 Euro

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Themenschwerpunkt: Handlungstheorie und Kulturpsychologie

Inhalt

Elfriede Billmann-Mahecha und Jürgen Straub
Handlungstheorie und Kulturpsychologie
Einleitung in den Themenschwerpunkt  5

Ernst E. Boesch
Kultur in Evolution – eine psychologische Skizze  16

Norbert Groeben
Zur Kultur des – empirisch-szientifischen – Zeitschriftenaufsatzes  25

Jochen Brandtstädter
Agency in Developmental Settings of Modernity:
The Dialectics of Commitment and Disengagement  42

Werner Greve und Stefan Suhling
Das Ziel ist der Weg
Die Bedeutung von Zielen für die Entwicklungsregulation 65

Wilhelm Kempf
Zur Einheit von natur- und kulturwissenschaftlicher Psychologie  86

Alexander Kochinka
Über Wissenschaft und Wissenschaften  96

Brigitte Scheele
Ein magisches Viereck des biologischen Universalismus:
Ausdruck – Eindruck – Subjektivität – Intersubjektivität  109

Ulrike Popp-Baier Zwischen Himmel und Erde:
Kulturwissenschaftliche Überlegungen zur gegenwärtigen Religionspsychologie  132

Barbara Zielke
Sozialer Konstruktionismus und Kulturpsychologie
Eine vergleichende Analyse in der Perspektive einer pragmatistischen Handlungspsychologie  150

Rezensionsaufsatz
Diana Weis
Unsere Vergangenheit und ihr. Die Bedeutung des deutschen kollektiven Gedächtnisses für die Einwanderungsgesellschaft
Zu: Viola B. Georgi: Entliehene Erinnerung. Geschichtsbilder junger Migranten in Deutschland  179

Autorinnen und Autoren  203


Aus der Einleitung in den Themenschwerpunkt

Wer »Handlung« sagt, meint vielfach auch »Kultur«. Handlungstheorie und Kulturtheorie sind Verwandte. Die Handlungs- und die neu sich formierenden Kulturwissenschaften eröffnen zwei aufeinander verweisende Perspektiven. Sie analysieren in systematischen Arbeitsbündnissen jenes »Bezugsgewebe menschlicher Angelegenheiten« (Hannah Arendt), das viele Einzelwissenschaften und interdisziplinäre Projekte als pragma-semantisches Netzwerk konzeptualisieren.
[...]
Das für die Herausgeber (und wohl auch für die Autorinnen und Autoren) dieses Heftes unzweifelhafte Potential handlungstheoretischen und kulturpsychologischen Denkens und Forschens ist noch nicht ausgeschöpft. Daß in diesen Bereichen der Psychologie gerade in den vergangenen zwei, drei Jahrzehnten unübersehbare Fortschritte erzielt wurden, verdankt sich einer ganzen Reihe kreativer Geister und unermüdlicher Wissenschaftler. Zu ihnen zählen auch die teilweise bereits erwähnten Autorinnen und Autoren dieses Heftes, also Ernst Boesch, Jochen Brandtstädter, Norbert Groeben und Brigitte Scheele, und dazu darf man bereits jene rechnen, die als deren Schüler das ihre zur Fortsetzung der besagten Tradition beitragen, also etwa Werner Greve, der nicht zuletzt Brandtstädters handlungstheoretische Entwicklungspsychologie fortführt, oder Wilhelm Kempf und Ulrike Popp-Baier, Alexander Kochinka und Barbara Zielke, die bereits drei, ja vier »Generationen« einer aus Erlangen stammenden Psychologie repräsentieren.

Zu den Vertretern der Zunft, die handlungstheoretisches Denken salonfähig gemacht haben, seine Erträge frühzeitig bilanzierten, seine Potentiale und innovativen Perspektiven ausloteten, um nicht zuletzt die Brücke zur Kulturpsychologie zu schlagen, gehört seit gut drei Jahrzehnten auch Hans Werbik. Ihm ist, aus Anlaß seiner Emeritierung, der Schwerpunkt dieses Heftes gewidmet.