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Ästhetische Praxis

Ferdinand Zehentreiter
Ästhetische Praxis
Aspekte einer Musiksoziologie nach Adorno
204 Seiten, broschiert
Buchausgabe: 16,80 Euro
ISBN 978-3-941743-71-7
E-Book (PDF) 11,80 Euro

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Der Band möchte neue Perspektiven für eine Interpretation von Theodor W. Adornos Beitrag zur Musiksoziologie liefern. Dabei wird eine gravierende Doppelgesichtigkeit seiner Soziologie zum Ausgangspunkt genommen. Auf der einen Seite sprengt ihr immanenter Bezug auf den Gegenstand Musik gleichermaßen die Grenzen der eingerichteten Formen der soziologischen wie der musikwissenschaftlichen Analyse. Auf der anderen Seite ist Adornos Musiksoziologie nur Programm geblieben und dies nicht zuletzt durch ihren eigenen gesellschaftstheoretischen Reduktionismus.

Zunächst wird diese Doppelgesichtigkeit kenntlich gemacht, um dann Perspektiven einer paradigmatischen Neuformulierung von Adornos Programm zu diskutieren. Diese sind vor allem verwurzelt in Theorien des Sprechhandelns, im Pragmatismus und in Grundlagen der Mikrosoziologie. Dazu gesellen sich Beiträge zu einer Theorie des autonomen künstlerischen Handelns, die sowohl die biographische wie die gesellschaftliche Seite dieses Handelns betreffen. Abschließend wird Adornos Modell von Kulturindustrie als frühe Form der Dispositiv-Diagnose gewürdigt.

Inhalt

Vorwort         7

I.    Adorno-Perspektiven         11
1.    Nach Adorno: après et selon. Adornos Musiksoziologie
zwischen Zukunftsprogramm und Dogmatik        13
2.    Pierre Bourdieu, ein Erbe Adornos? Zum Verhältnis
von Soziologie und Geisteswissenschaften        31

II.    Konstitutionstheoretische Grundlagen         45
3.    Musik als fait social sui generis. Reformulierung eines
Schlüsselproblems von Adorno         47
4.    Warum Musik keine »Sprache der Gefühle« ist.
Eine erfahrungstheoretische Kritik         86

III.    Biographie und Deutungsmuster         103
5.    Zu einer Physiognomik Wilhelm Furtwänglers. Empirische Rekonstruktionsskizze einer biographischen Grundgestalt         105
6.    Arnold Schönbergs ›Moses und Aron‹ als
autobiographischer Mythos des autonomen Künstlers         127

IV.    Gesellschaft und Geschichte         145
7.    Was heißt »bürgerliche Musik«? Zur Kritik an einem
problematischen Sprachgebrauch         147
8.    Der Domestik als Künstlerkollege des Fürsten. Die Geburt
des autonomen Komponisten im Schoße des Feudalismus         158

V.    Das Dispositiv der gesellschaftlichen Delegitimation
von Musik als Kunstform         185
9.    Ist das Musikleben ein Betrieb? Eine Rezension         187
10.    Jenseits von elitär oder populär – Der Fetischcharakter
der Marke und die Zerstörung des Ausdrucks         195

Der Autor
Ferdinand Zehentreiter, Studium Klavier in München; Soziologie, Philosophie und Musikwissenschaft in Frankfurt am Main, Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes, Privatdozent für Soziologie und Sozialpsychologie am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität in Frankfurt am Main, Lehrbeauftragter für Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik in Frankfurt am Main, zahlreiche Publikationen über kultursoziologische und ästhetische Fragen, internationale Vortragstätigkeit (etwa 2015 an der Tagung »New Tendencies of Contemporary Music in Germany« am Music Department der Harvard University), korrespondierender Mitarbeiter der Zeitschrift Musik und Ästhetik.