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Eis und Feuer

Helmut Veil
Eis und Feuer
Geologie wird Wissenschaft inmitten der Kriege Napoleons
168 Seiten, 34 Abbildungen, davon acht in Farbe
Broschur
Buchausgabe: 24,80 Euro
ISBN 978-3-941743-73-1
E-Book (PDF) 16,80 Euro

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Die Reiserouten der Geologen waren um 1800 in weiten Teilen deckungsgleich mit denen der Grand Tour der bildungsreisenden britischen Aristokratie. Die Aktivitäten des französischen Direktoriums in den letzten Jahren des 18. Jahrhunderts versetzten die Alpenregion und alle Anlieger des Mittelmeers in Aufruhr. Die Grand Tour war unterbrochen, Post- und Reisewege gefährlich.

Das Genfer Magazin der Bibliothèque britannique organisierte während der Kriege die internationale Diskussion um die Natur der Wärme, und die Geologen verwandelten mit empfindlichen Messgeräten die Atmosphäre, die Höhe der Berge, die Sonneneinstrahlung, die Temperatur der Gletscher oder die Fließgeschwindigkeit der Lava in ein Zahlenwerk, mit dem sie im heimischen Labor und in den Schmelzöfen der Industrie die Natur simulierten – die Geburt der Geologie als Wissenschaft.

Inhalt

Vorwort     7

Erster Teil:
Grand Tour und Wissenschaft in den Kriegen des Direktoriums  13
Genf: der gefährdete Mittelpunkt der Grand Tour 1798  13
In Kriegszeiten unterwegs: Humboldt, Lord Bristol, Ägypten und darüber hinaus  20
Die Bibliothèque britannique als Rettungsanker der Kommunikation – Pictet in London  35
Leopold von Buch in Rom und Neapel  42
Spallanzani und die Plünderungen naturhistorischer Objekte in Italien  49
Das Scheitern der ägyptischen Expedition und die Solidarität unter Wissenschaftlern – Dolomieu  57
Symbiose von Romantik, Industrie, Chemie und Geologie – Coleridge, Wegdwood, Leslie, Hamilton  59
Grand Tour und Wissenschaftstourismus – die Delucs in Genf und England  64

Zweiter Teil:
Geologie und Wärme  69
Fünf Tote und ihr Vermächtnis für eine wissenschaftliche Geologie: Lavoisier, Hutton, Saussure, Spallanzani und Black  71
Einige Experimente zur Natur der Wärme  81
    Wärme möglicherweise ein Stoff: Experimente von Lavoisier und Laplace  83
    Wärme strahlt – strahlt Kälte? Experimente von Pictet  87
    Wärme im Gleichgewicht: das Gedankenexperiment von Prévost  91
    Wärme ist Bewegung: Experimente von Rumford  94
    Wärme und Kompression: Experimente von Hall  97
Messung hoher Temperaturen  112
Instrumente für den reisenden Geologen  118
Perspektivwechsel mit Schlusswort  128

Anhang  138
Erwähnte Wissenschaftler am Vesuv und am Eismeer von Chamonix  138
Gletschereis und Lava: Chronologie der benutzten Literatur zur Wärme in der Geologie  141
Beiträge zu Wärme und Geologie in der Bibliothèque britannique 1796–1815  148

Literatur und Anmerkungen  155

Der Autor

Helmut Veil, geb. 1943, war Allgemeinarzt in Frankfurt am Main und beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Geschichte der Naturwissenschaften. Er untersucht die kulturellen und ideellen Voraussetzungen epochaler Gärungsprozesse der Naturerkenntnis, in denen sich festgefügte Erklärungsmuster zersetzen und neue noch nicht etabliert haben.