Metaphysik als Forderung rationaler Weltauffassung Vergrößern

Metaphysik als Forderung rationaler Weltauffassung (2. Aufl.)

Karl Heinz Haag
Metaphysik als Forderung rationaler Weltauffassung
120 Seiten

ISBN 978-3-941743-75-5

2. Auflage 2018
Buch (Broschur) 16,00 Euro
E-Book (PDF) 12,00 Euro

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16,00 € inkl. MwSt.

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»Reflektierende Kritik metaphysischer Systeme verlangt mehr als die Negation des Falschen an ihnen.«

Pressestimmen
Eine Besprechung des Werkes von Karl Heinz Haag mit dem Titel »Die Philosophie bei der Arbeit« von Fabian Kettner finden Sie auf der Internetseite von Literaturkritik.de.



Inhalt


Einleitende Gedanken  7

I  Der historische Ausgangspunkt  10

II  Apotheose der Einheit  16

III  Pantheismus – Materialismus  32

IV  Paradoxes Denken in der modernen Theologie  60

V  Alternative  91

Nachwort  117

Namenregister  119


Nachwort

Das vorliegende Buch über Metaphysik als Forderung rationaler Weltauffassung ist – mit größeren und kleineren Unterbrechungen – in der Zeit von 1994 bis 2002 entstanden. Leitendes Motiv war die Erkenntnis, daß Naturerklärung nur möglich ist auf der Basis einer Metaphysik. Durch ihre Insuffizienz zeigen dies – indirekt – bereits die Versuche des antiken Materialismus, den rationalen Aufbau der Welt in rein hyletischen Ursachen zu fundieren. Metaphysik hat ihre Genesis in der Reflexion des philosophischen Denkens auf jene Versuche. Verhängnisvoll für sie selber wurde ihr Streben nach einer Weltdeduktion in entgegengesetzter Absicht: nach restloser Erklärung kosmischen Seins durch dessen Ableitung aus reinem als dem göttlichen Sein. Die nominalistische via moderna, die im Gott der antiken und mittelalterlichen Metaphysik einen bloßen Gegenbegriff zur empirischen Mannigfaltigkeit erkannte, zog aus dieser Erkenntnis die für die neuere Zeit schicksalhafte Konsequenz einer generellen Verwerfung von metaphysischen Entitäten. Wirklichkeit sollte einzig sinnlich wahrnehmbaren Weltdingen zukommen: stofflichen Gebilden. Unbedacht blieb, worauf Metaphysik seit Platon und Aristoteles stets insistiert hatte: daß materielles Sein – in welcher Form auch immer – zu rationaler Naturerklärung nicht ausreicht. Reflektierende Kritik metaphysischer Systeme verlangt mehr als die Negation des Falschen an ihnen. Wenn sie nicht zu rein destruktiver Kritik verkommen soll, muß sie bereit sein zur Erkenntnis des Wahren im Unwahren – zur Rettung der richtigen Intention. Für den Autor galt es daher, an den zentralen Gedanken der abendländischen Metaphysik das Richtige ihrer Intention zu verdeutlichen: es zu entfalten in Frontstellung gegen die nominalistische Aushöhlung alles Wirklichen. Die gnoseologische Nähe dieses Vorhabens zu Themen seines Buches über den Fortschritt in der Philosophie machte Wiederholungen unvermeidlich. Sie sind jedoch kein notwendiges Übel, sondern dienen ausschließlich der inneren Geschlossenheit und so zugleich der Verständlichkeit des Textes.


Karl Heinz Haag (1924 bis 2011) war freier Wissenschaftler. Nach dem Studium der Philosophie sowie theologischer und anderer Disziplinen promovierte er 1951 bei Max Horkheimer in Frankfurt am Main. 1956 habilitierte er sich dort mit einer Arbeit über die neuere Ontologie. In den folgenden Jahren lehrte Haag zunächst als Privatdozent und später als Professor in den klassischen Fächern der Philosophie. Seit 1972 widmete er sich ausschließlich der philosophischen Forschung.