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Pädagogischer Pessimismus

Johannes Twardella
Pädagogischer Pessimismus
Eine Fallstudie zu einem Syndrom der Unterrichtskultur an deutschen Schulen

Forschungsbeiträge aus der Objektiven Hermeneutik
Band 9
Herausgegeben von Ulrich Oevermann, Roland Burkholz, Christel Gärtner und Oliver Schmidtke

116 Seiten, broschiert
ISBN 978-3-934157-62-0
Buch 14,90 Euro
Digitale Ausgabe 9,80 Euro

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Durch eine eingehende Analyse im Sinn der »objektiven Hermeneutik« wird das fatale Ende einer Unterrichtsstunde darauf zurückgeführt, dass die Lehrerin den Schülerinnen und Schülern von Anfang an mit Misstrauen begegnet ist und sie nicht als kompetente Akteure gefordert hat. – Ein beeindruckendes Beispiel für die spezifischen Möglichkeiten qualitativer Verfahren und ein deprimierender Einblick in problematische Interaktionsprozesse. Jörg Schlömerkemper, in: Pädagogik 3/2009 Eine weitere Rezension finden Sie hier: El-Mafaalani, Aladin (2010). Unterrichtsrealität zwischen pädagogischem Pessimismus und didaktischem Optimismus. Review Essay: Johannes Twardella (2008). Pädagogischer Pessimismus. Eine Fallstudie zu einem Syndrom der Unterrichtskultur an deutschen Schulen [20 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 11 (2), Art. 13 http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs1002135

Was ist prägend für den Unterricht an deutschen Schulen? Mit der exemplarischen Interpretation einer Schulstunde wird eine Prämisse freigelegt, die sich mit den Mitteln quantitativer Forschung nicht fassen lässt, aber dennoch Unterricht in seinem Verlauf maßgeblich bestimmen kann: die Vorstellung von den Schülern als unwissenden und unerzogenen Wesen, die – das ist mit dem Begriff »pädagogischer Pessimismus« gemeint – zu einem Unterricht führen kann, in dem die Schüler massiv unterfordert und am Gängelband des Lehrers geführt werden. Diese Vorstellung zieht sich wie ein roter Faden durch die pädagogische Praxis der vorliegenden Fallstudie, bestimmt das Handeln der unterrichtenden Lehrkraft – und sieht sich am Ende durch schockierende Ergebnisse bestätigt.

Was – so stellt sich die Frage –, wenn der »pädagogische Pessimismus« nicht nur ein marginales, sondern ein weit verbreitetes Phänomen ist?

Johannes Twardella (geb. 1963) ist Pädagogischer Mitarbeiter am Fachbereich Erziehungswissenschaften der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main.



Inhalt

Einleitung 7

Begrüßung und erste erzieherische Maßnahme
Pädagogischer Pessimismus auf der Ebene der Erziehung 13

Das Thema wird genannt
Pädagogischer Pessimismus in Bezug auf das Wissen der Schüler/innen 27

Ein Arbeitsblatt und seine Besprechung
Pädagogischer Pessimismus auf der Ebene der Didaktik 47

Stillarbeitsphase
Hoffnungen in einen handlungsorientierten Unterricht 83

Schlussbemerkungen 103

Literatur 109
Das Transkript 111