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Krise und Sozialisation. Strukturale Sozialisationstheorie II

Hans-Josef Wagner
Krise und Sozialisation
Strukturale Sozialisationstheorie II

407 Seiten 
ISBN 978-3-934157-36-1

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Hans-Josef Wagner geht es um die Grundlegung einer strukturalen interdisziplinären Theorie der Sozialisation. Im ersten Band, Sozialität und Reziprozität, werden insbesondere die naturgeschichtlichen Grundlagen der Sozialisation betrachtet. Im zweiten Band, Krise und Sozialisation, ist der Prozeß der Sozialisation in der humanen Ontogenese das zentrale Thema. Ausgangspunkte von Wagners Arbeit sind insbesondere die strukturale Anthropologie von Claude Lévi-Strauss, die anthropologische Kommunikationstheorie von George Herbert Mead, die Sprachtheorie von Noam Chomsky, der genetische Strukturalismus von Ulrich Oevermann (an den Wagner sich eng anlehnt), die Theorien von Freud, Piaget und Bourdieu sowie neuere Erkenntnisse der Neurowissenschaften (neuronales Unbewußtes, Spiegel-Neuronen). Die Synthese dieser Konzeptionen führt zu einer neuen - integralen - Theorie der Sozialisations- bzw. Bildungsprozesse des Subjekts. Die Perspektive, die Wagner in seiner Strukturalen Sozialisationstheorie entwickelt, ist über diesen Bereich hinaus von höchstem Interesse für Grundfragen der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften. Denn sie ermöglicht es, objektive Strukturierungsgesetzlichkeiten offenzulegen, die allen sozialen und kulturellen Phänomenen zugrunde liegen. Hans-Josef Wagner, geb. 1951, zuletzt Professur für Soziologie und Sozialpsychologie (Vertretung von Ulrich Oevermann und Alfred Lorenzer) am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Inhalt

Einleitung 11


I. Teil
Krise und Sozialisation

I. Theorie der Krise und Konstitution von Erfahrung 17
1. Lebenspraxis – Krise – Routine 17
2. Die Konstitution von Erfahrung und Erkenntnis in der Krise.
Das dreiphasige Krisenmodell 21
2.1. Primäre Phase 22
2.2. Sekundäre Phase 27
2.3. Tertiäre Phase 29
2.4. Zusammenfassung 29
3. Überzeugungen – Glaube – Wissen 30
3.1. Überzeugungen 30
3.2. Glaube 32
3.3. Wissen 34
4. Krisentypen 38
5. Das Problem der Bewährung 41

II. Sozialisatorische Interaktion 44
1. Die Struktur der sozialisatorischen Interaktion 44
2. Die objektiven Struktureigenschaften der sozialisatorischen Interaktion 46

III. Die vier zentralen ontogenetischen Ablösungskrisen 55
1. Die Schwangerschaft und Geburt 55
1.1. Die Habitusformationen des strukturellen Optimismus und des
strukturellen Pessimismus 57
2. Die Mutter-Kind-Symbiose 59
3. Die ödipale Triade 64
3.1. Die abstrakt-formale Fassung der Strukturgesetzlichkeit der ödipalen Triade 70
4. Die Latenzphase und der Übergang zur Adoleszenz 73
5. Die Adoleszenzkrise 77


II. Teil
Theorien der Bildungsprozesse des Subjekts

I. Die vier Strukturebenen des Subjekts 85
1. Die Ebene der Sozialität sui generis 85
2. Die Ebene des epistemischen Subjekts 86
3. Die Ebene des autonom handlungsfähigen, mit sich identischen Subjekts 87
4. Die Ebene des empirisch konkreten Subjekts 88

II. George Herbert Meads Theorie der humanen Ontogenese 90
1. Einleitende Bemerkungen zur Konstitution des Selbst und zentrale Fragestellungen 90
2. Frühkindliches Spiel (play), Wettkampfspiel (game) und der generalisierte Andere (generalized other) 93
2.1. Frühkindliches Spiel (play) 93
2.2. Wettkampfspiel (game) 94
2.3. Der generalisierte Andere (the generalized other) 95
2.4. Weiterführung I 96
3. Das soziale Objekt 99
4. Die Konzeption der »I-me-relationship« 101
4.1. Weiterführung II 107
5. Meads radikaler Subjektivitätsbegriff 113
5.1. Die Erfahrung des Problems 114
5.2. Der Entwurf des Neuen 115
5.3. Die Produktion innerer Bilder (images) 117
5.4. Der praktische Handlungsvollzug (Entscheidung) 119
6. Subjektivität und Identität 120
7. Zusammenfassung 121

III. Sigmund Freuds Theorie und Methode der Psychoanalyse 124
1. Kommunikations-, sinn- und strukturtheoretische Reformulierung I 125
1.1. Die Psychoanalyse als Wissenschaft vom Unbewußten als »innerem Ding an sich« 125
1.2. Die Architektonik des Unbewußten und das Unbewußte als textförmiges Gebilde 128
2. Kommunikations-, sinn- und strukturtheoretische Reformulierung II 140
2.1. »Ein Fall von hypnotischer Heilung« (1892) 141
2.2. Sinn – Sprache – Organisches 148
2.3. »Zur Theorie des hysterischen Anfalls« (1892) 153
2.4. »Über den psychischen Mechanismus hysterischer Phänomene« (1893) 159
2.5. »Die Abwehr-Neuropsychosen« (1894) 162
2.6. »Miß Lucy R.« (1895) 169
2.6.1. Die identitätstheoretische Perspektive 176
2.7. »Katharina« (1895) 177
2.7.1. Die Überführung einer latenten in eine manifeste Traumatisierung 180
2.7.2. Der Begriff der Verdrängung 182
2.7.3. Verursachungsprozesse in der Zeit 183
2.7.4. Die Bedeutung der frühen Kindheit 184
2.8. »Über die Berechtigung, von der Neurasthenie einen bestimmten Symptomkomplex als Angstneurose abzutrennen« (1895) 185
2.9. »Weitere Bemerkungen über die Abwehr- Neuropsychosen« (1896) 190
2.9.1. Das Prinzip der Nachträglichkeit 191
2.9.2. Zur Bedeutung sexueller traumatischer Erlebnisse –
Reale Verführung oder Phantasie? 192
2.9.3. Latente Traumatisierung in der frühen Kindheit – Problemlösung im Erwachsenenalter – Systematische Differenz zwischen gelungener und nicht-gelungener Individuierung 195
2.10. »Zur Ätiologie der Hysterie« (1896) 196
2.10.1. Die universale Bedeutung der Sexualität 198
3. Kommunikations-, sinn- und strukturtheoretische Reformulierung III 200
3.1. Die psychosexuelle Entwicklung I – Phylogenese und Ontogenese 201
3.1.1. Der Ödipus- und Kastrationskomplex 204
3.1.2. Die Aufrichtung der Schranken von Ekel, Scham und Moral 207
3.1.3. Die Theorie der phylogenetischen bzw. archaischen Erbschaft 209
3.1.4. Kritik der Freudschen Theorie der phylogenetischen bzw. archaischen Erbschaft und Vorschlag einer Lösung 212
3.1.5. Die kommunikationstheoretische struktural-dialektische Konzeption der ödipalen Triade von Ulrich Oevermann 215
3.1.6. Die Universalität des Inzesttabus: S. Freud – C. Lévi-Strauss – U. Oevermann 220
3.2. Die psychosexuelle Entwicklung II – Ontogenese 221
3.3 Therapeutische Interaktion versus sozialisatorische Interaktion 230
3.3.1. Die therapeutische Interaktion als Inverse der sozialisatorischen Interaktion 230
3.3.2. Der Gegenstand der stellvertretenden Deutung 232
3.3.3. Der Gegensatz von Interpretations- und Kommunikationsanforderung 232
3.3.4. Diffusität und Spezifität in der therapeutischen Interaktion 234
3.3.5. Übertragung – Gegenübertragung 234
3.3.6. Das Modell der Versprachlichung und die Selbstheilungschance 238
4. Zusammenfassung 239

IV. Jean Piagets Entwicklungstheorie – Noam Chomskys Universalgrammatik – John R. Searles Sprechakttheorie – Neurowissenschaften/Neurobiologie 247
1. Jean Piagets Entwicklungstheorie 247
1.1. Einleitung 247
1.2. Der interaktive Konstruktivismus 248
1.2.1. Assimilation, Akkommodation und Äquilibration 249
1.2.2. Reflektierende Abstraktion – Bewußtwerdung – Verlagerung 253
1.2.3. Egozentrismus 256
1.2.4. Sprache und Kognition 257
1.2.5. Genetischer Strukturalismus 259
1.3. Die Stufen der Intelligenzentwicklung 261
1.3.1. Die sensomotorische Stufe 262
1.3.2. Die Stufe des präoperativen Denkens 265
1.3.3. Die Stufe der konkreten Operationen 267
1.3.4. Die Stufe der formalen Operationen 268
1.3.5. Zusammenfassung: Die objektiven Struktur- eigenschaften der Stufen- bzw. Stadientheorie der Intelligenzentwicklung 268
1.4. Die Entwicklung des moralischen Urteils – zugleich Problematisierung des Verhältnisses von Logik und Moral 269
1.4.1. Die Trennung der Praxis des regelgeleiteten Handelns von dem Bewußtsein
der Regel 273
1.4.2. Die Differenz zwischen den konstituierenden und konstituierten Regeln 274
1.4.3. Das nachträgliche Apriori und die Einheit von Transzendentallogik und Erfahrungswissenschaft 278
1.4.4. Zum Verhältnis der Entwicklung von Moral und Logik 281
1.5. Kritik der Piagetschen Entwicklungstheorie 286
2. Die Universalgrammatik Noam Chomskys 291
3. Die Sprechakttheorie John R. Searles 293
4. Neurowissenschaften/Neurobiologie 295
4.1. Ontogenese und Kognition 296
4.1.1. Die sozialisationstheoretische Bedeutung der neuro- wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Zusammenhang von Ontogenese und Kognition 299
4.2. Wahrnehmung – Limbisches System – Erkenntnistheorie 300
4.2.1. Wahrnehmung und Unbewußtes 300
4.2.2. Limbisches System des Gehirns und Unbewußtes 302
4.2.3. Sozialisationstheorie und Erkenntnistheorie III 305

V. Pierre Bourdieus Theorie des Habitus 308
1. Erkenntnistheoretische Grundlagen 308
2. Habitus – Feld – objektive Relationen 310
3. Praktischer Sinn – Strategien – Kapital 314
4. Subjektivität und Sozialisation 317
5. Kritik und Perspektiven 320


III. Teil
Entwurf einer Theorie der Sozialisations- bzw. Bildungsprozesse des Subjekts

Einleitende Bemerkungen und Antwort auf kritische Fragen 331

I. Konstitutionstheoretische Voraussetzungen 336
1. Naturgeschichte und humane Ontogenese 336
1.1. Naturgeschichtliche Grundlagen: Der Übergang von der Natur zur Kultur 336
1.1.1. Das strukturtheoretische Fundament: Sozialität als Reziprozität und kulturelle epistemische Universalien 337
1.1.2. Die analytische Differenz und die Synthesis von Universalität und Historizität 339
1.2. Humane Ontogenese 341
1.2.1. Sozialisatorische Interaktion als Vermittlungsglied zwischen Naturgeschichte und humaner Ontogenese und als Ausgangspunkt der Erklärung der Subjektgenese 341
1.2.2. Sozialisatorische Interaktion und objektive latente Sinnstrukturen 343
1.2.3. Sozialisatorische Interaktion und Neurowissenschaften 344
1.2.3.1. Die Bestätigung der Bedeutung der sozialisatorischen Interaktion durch neuere Erkenntnisse der Hirnforschung und Folgefragen zur Initiierung interdisziplinärer Forschungsprojekte 344
1.2.3.2. Zur Notwendigkeit einer Neukonzeptualisierung der Bereiche des Unbewußten des Subjekts und der Rolle der objektiven latenten Sinnstrukturen in dieser 346
1.2.3.2.1. Das Unbewußte als ein synchron schwingendes Ensemble – Ein Integrationsversuch 351

II. Theorie der Sozialisations- bzw. Bildungsprozesse des Subjekts. Eine konstellative Betrachtung der Subjektgenese und der Strukturen des Subjekts aus verschiedenen Perspektiven 355
1. Konstellation und Perspektiven 357
1.1. Perspektive 1: Spezifische Theorien. Exemplifizierung am Beispiel einer Theorie der Bedeutung der frühen Kindheit für die Persönlichkeitsentwicklung 357
1.2. Perspektive 2: Die verschiedenen Ebenen des Subjekts, ihr Verhältnis zueinander und der Versuch ihrer Synthesis 362
1.3. Perspektive 3: Subjektivität 365
1.4. Perspektive 4: Die ontogenetischen Ablösungskrisen. Ihre Strukturlogik und Strukturdynamik 368
1.4.1. Schwangerschaft/Geburt 369
1.4.2. Die Mutter-Kind-Symbiose 370
1.4.3. Die ödipale Triade 372
1.4.4. Die Latenzphase und der Übergang zur Adoleszenz (peer group und Schule) 377
1.4.5. Die Adoleszenz 379
1.5. Perspektive 5: Das dreiphasige Krisenmodell zur Erklärung der Konstitution von Erfahrung, Subjektivität und Identität 380
1.6. Perspektive 6: Regeln – Subjektivität – objektive Identität – subjektive Identität 386
Zusammenfassung 388

III. Zum Verhältnis von Sozialisationstheorie und Gesellschaftstheorie 392

Literatur 397



Einleitung

Im ersten Band unseres Entwurfs einer strukturalen Sozialisationstheorie haben wir naturgeschichtliche und anthropologische Grundlagen sowie Grundbegriffe behandelt; im hier vorliegenden zweiten Band ist die Ontogenese des Subjekts das zentrale Thema.1 Auf der Folie der naturgeschichtlich-anthropologischen Voraussetzungen geht es nun um eine Theorie der Subjektgenese. Der Theorieentwurf folgt somit dem realen Einbettungsverhältnis von Kultur in Natur. Nur so läßt sich unseres Erachtens eine fundierte und unverkürzte strukturale Sozialisationstheorie entfalten.

Der Band ist in drei Hauptteile gegliedert. Im ersten Teil wird der Zusammenhang von Krise und Sozialisation analysiert; im zweiten werden grundlegende Theorien der Sozialisation des Subjekts rekonstruiert; im dritten wird auf der Folie des Erörterten eine umfassende Theorie der Sozialisations- bzw. Bildungsprozesse des Subjekts entworfen und abschließend das Verhältnis von Sozialisationstheorie und Gesellschaftstheorie erörtert.

Im ersten Teil wird der Zusammenhang von Krise und Sozialisation beleuchtet. Dabei wird von der Grundthese ausgegangen, daß der Sozialisationsprozeß des Subjekts wesentlich ein Prozeß der Krisenbewältigung ist. Es wird gezeigt, daß in der Krise im Handeln – und nicht in der Routine – sich Erfahrungen konstituieren, die ihrerseits Strukturtransformationen und damit Entwicklung auf seiten des Heranwachsenden nach sich ziehen. Zunächst wird ein Modell der Krise, das uns als Grundmodell zur Nachzeichnung dieser Prozesse gilt, dargestellt. Krisen sind im sozialisationstheoretischen Kontext wesentlich Krisen im Medium der sozialisatorischen Interaktion. Es sind daher die Struktureigenschaften der sozialisatorischen Interaktion systematisch zu rekonstruieren. Um dann den Zusammenhang von sozialisatorischer Interaktion und den einzelnen Krisen aufzuzeigen, ist auf die vier zentralen ontogenetischen Ablösungskrisen (Geburt und Schwangerschaft; Mutter-Kind-Symbiose; ödipale Triade; Adoleszenz) einschließlich der Latenzphase mit dem Übergang von der ödipalen Triade zur Adoleszenz (u.a. peer group, Schule) einzugehen.

Im zweiten Teil werden grundlegende Theorien und Konzepte der Sozialisation des Subjekts behandelt. Dabei geht es zunächst um die Rekonstruktion der verschiedenen Strukturebenen des Subjekts. Dies ist unabdingbar, weil uns nur die Differenzierung von Strukturebenen zur Einsicht in den komplexen Aufbau des Subjekts verhilft. Unterschieden werden vier Ebenen, und zwar die der Sozialität sui generis, die des epistemischen Subjekts, die des autonom handlungsfähigen, mit sich identischen Subjekts und die des empirisch konkreten Subjekts. Um diese Strukturebenen des Subjekts rekonstruieren zu können, rekurrieren wir u.a. auf den Lévi-Strauss'schen Strukturalismus, den interaktiven Konstruktivismus der Piagetschen Entwicklungstheorie, die Chomskysche Theorie der Universalgrammatik, die Searlesche Sprechakttheorie, die pragmatistisch-naturalistische Theorie der humanen Ontogenese von George Herbert Mead, die Theorie und Methode der Psychoanalyse von Sigmund Freud und die genetisch-strukturale Theorie des Habitus von Pierre Bourdieu.2 Diese Theorien wurden bzw. werden zum Teil einer strukturalen Rekonstruktion unterzogen. Dabei erweist es sich als notwendig, diese – partiell – von Mißverständnissen und Aporien zu befreien und zu erweitern. Dies gilt für die Theorien von Claude Lévi-Strauss, Jean Piaget, George Herbert Mead, Sigmund Freud und Pierre Bourdieu. Darüber hinaus werden Ergebnisse der modernen Neurowissenschaften, die neue Perspektiven auf die humane Ontogenese eröffnen, konstitutiv berücksichtigt.

Im dritten Teil wird dann der Versuch unternommen, eine neue systematische Theorie der Sozialisations- bzw. Bildungsprozesse des Subjekts zu entwerfen. Darin sind die naturgeschichtlichen und ontogenetischen Theoriebestandteile zur Synthese zu bringen. Diese Theorie gestattet zugleich einen übergreifenden Blick auf unsere Nachzeichnung der Subjektgenese und unser Projekt der Konstitution einer strukturalen interdisziplinär orientierten zukünftigen Sozialisationstheorie, die es weiter auszudifferenzieren gilt. Abschließend wird auf das Verhältnis von Sozialisationstheorie und Gesellschaftstheorie eingegangen und deren Komplementarität aufgezeigt.


1   Der erste Band ist unter dem Titel Sozialität und Reziprozität. Strukturale Sozialisationstheorie I erschienen. – Auch dieser zweite Band des Entwurfs der strukturalen Sozialisationstheorie verdankt Oevermanns Konzeption Wesentliches. Ohne dessen strukturale Rekonstruktion des Lévi-Strauss'schen Strukturalismus, der Chomskyschen Sprachtheorie, der Theorie und Methode der Psychonalyse S. Freuds, seine Theorie der sozialisatorischen Interaktion und der Krise wäre das in Angriff genommene Projekt der Konstitution einer strukturalen Sozialisationstheorie so nicht möglich.
Für die Lektüre ausgewählter Kapitel dieses Bandes und für ihre fruchtbaren Hinweise danke ich den Herren Prof. Dr. Lothar Krappmann und Prof. Dr. Dieter Geulen.
2   Den Lévi-Strauss'schen Strukturalismus, die pragmatistisch-naturalistische Theorie der Naturgeschichte von George Herbert Mead, die Chomskysche Theorie der Universalgrammatik und evolutionsgeschichtlich orientierte Beiträge der Neurowissenschaften haben wir bereits behandelt, so daß wir uns hier in einer theoriestrategisch günstigen Lage befinden. Siehe dazu: Wagner, H.-J., Sozialität und Reziprozität. Strukturale Sozialisationstheorie 1.