Differenzierung und soziale Ungleichheit Vergrößern

Differenzierung und soziale Ungleichheit

Thomas Schwinn
Differenzierung und soziale Ungleichheit
Die zwei Soziologien und ihre Verknüpfung
3. Auflage 2008
434 Seiten, broschiert
ISBN 978-3-934157-15-6
Buch 34,80 Euro
E-Book (PDF) 23,80 Euro

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Soziale Ungleichheit habe heute ihre zentrale strukturelle Bedeutung verloren; moderne Gesellschaften seien durch einen Primat funktionaler Differenzierung gekennzeichnet und in Abhängigkeit davon rücke soziale Ungleichheit in den Hintergrund. Mit wenigen Ausnahmen hat diese provokative Behauptung Niklas Luhmanns auf Seiten der Ungleichheitsforscher keine Reaktionen hervorgerufen. Das ist symptomatisch für das wechselseitige Nichtwahrnehmen der beiden soziologischen Traditionen. ... Sieht man von dem Intermezzo der Diskussion um die funktionalistische Schichtungstheorie in den vierziger bis sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts ab, entwickeln beide Forschungstraditionen ihre Themen und Fragestellungen weitgehend unabhängig voneinander, und man gewinnt den Eindruck, es werden jeweils zwei verschiedene Gesellschaften beschrieben. Das ist ein unbefriedigender Zustand. Die beiden makrosoziologischen Hauptkonzepte können nicht isoliert voneinander zufriedenstellend entwickelt werden. Was kann man von einer Verknüpfung der beiden Traditionsstränge der Soziologie erwarten? ... Die These eines Struktur- und damit eines Theorieprimats lässt sich nicht bestätigen. Die Beiträge machen vor allem deutlich, dass die zentralen soziologischen Problemfelder sich nur mittels einer Kombination von Differenzierungs- und Ungleichheitsanalyse erfassen lassen: Formen der Exklusion und Inklusion; die Geschlechter- und die ethnische Problematik; Ungleichheiten in Interaktionen, Organisationen, dem Arbeitsmarkt und in dem unter Erosionstendenzen leidenden Nationalstaat; Dynamik und Wachstum der Teilsysteme und daraus resultierende Folgeprobleme etc.

Pressestimmen
Dieser Titel wurde in der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie von Prof. Dr. Martin Abraham, Bern, besprochen (KZfSS, 57, 2005: 735-737). Die Rezension ist leider nicht online zugänglich.




Inhalt

Einleitung und Überblick

Thomas Schwinn
Institutionelle Differenzierung und soziale Ungleichheit.
Die zwei Soziologien und ihre Verknüpfung  9


Stände, Klassen, Ordnungen: die historische Perspektive

Thomas Schwinn
Ständische Verhältnisse und Ordnungsbildung
vom Mittelalter bis in die Neuzeit  71


Konflikt- und Schließungsprozesse

Hans-Joachim Giegel
Gleichheit und Ungleichheit in funktional differenzierten Gesellschaften  105

Michael Vester
Die Gesellschaft als mehrdimensionales Kräftefeld  131

Martin Groß und Bernd Wegener
Institutionen, Schließung und soziale Ungleichheit  173


Inklusion und Exklusion

Nicole Burzan und Uwe Schimank
Inklusionsprofile – Überlegungen zu einer differenzierungstheoretischen »Sozialstrukturanalyse«  209

Lutz Leisering
Desillusionierungen des modernen Fortschrittsglaubens.
»Soziale Exklusion« als gesellschaftliche Selbstbeschreibung und soziologisches Konzept  238


Akteur- und systemtheoretische Vermittlungen

Hartmut Esser
Akteure und soziale Systeme  271

Gerd Nollmann und Hermann Strasser
Soziale Ungleichheit und gesellschaftliche Differenzierung.
Handlungstheoretische Grundlagen von scheinbar unverträglichen Konzepten  284


Systemtheoretische Zugänge

Armin Nassehi
Inklusion, Exklusion, Ungleichheit.
Eine kleine theoretische Skizze  323

Rudolf Stichweh
Zum Verhältnis von Differenzierungstheorie und Ungleichheitsforschung.
Am Beispiel der Systemtheorie der Exklusion  353


Die Ungleichheit der Geschlechter und der Ethnien

Nina Degele
Differenzierung und Ungleichheit.
Eine geschlechtertheoretische Perspektive  371

Michael Bommes
Zur Bildung von Verteilungsordnungen in der funktional differenzierten Gesellschaft.
Erläutert am Beispiel ›ethnischer Ungleichheit‹ von Arbeitsmigranten  399

Hinweise zu den Autorinnen und Autoren 429




Kurztext:

Soziale Ungleichheit habe heute ihre zentrale strukturelle Bedeutung verloren; moderne Gesellschaften seien durch einen Primat funktionaler Differenzierung gekennzeichnet und in Abhängigkeit davon rücke soziale Ungleichheit in den Hintergrund. Mit wenigen Ausnahmen hat diese provokative Behauptung Niklas Luhmanns auf Seiten der Ungleichheitsforscher keine Reaktionen hervorgerufen. Das ist symptomatisch für das wechselseitige Nichtwahrnehmen der beiden soziologischen Traditionen.

Die Differenzierung von Menschen nach Kriterien sozialer Ungleichheit und die Differenzierung von Ordnungen oder Teilsystemen nach bestimmten Leitkriterien sind die beiden wichtigsten theoretischen Konzepte, die die Soziologie für eine möglichst umfassende Analyse moderner Gesellschaften anzubieten hat. Beide Forschungstraditionen laufen jedoch relativ beziehungslos nebeneinander her. Differenzierungstheorien blenden das Ungleichheitsproblem als zweitrangig aus ihrer Aufmerksamkeit aus. Andererseits sind in Ungleichheitsanalysen die differenzierten Ordnungen allenfalls die Orte, an denen sich bestimmte Ausprägungen gesellschaftlicher Ungleichheit manifestieren, für die Differenzierungsprozesse selbst besteht jedoch kein Interesse.

Auch auf Seiten der Ungleichheitstheorie finden sich Primatansprüche: soziale Ungleichheit sei die »dominante Hauptachse« moderner Gesellschaften, ein »gesellschaftstheoretisches Schlüsselthema«, und die sich daran entzündenden Konflikte und Grenzziehungen seien schärfer umkämpft als die aus der funktionalen Differenzierung resultierenden. Angesichts dieser widersprüchlichen Behauptungen ist ein dringender Klärungsbedarf vorhanden. Sieht man von dem Intermezzo der Diskussion um die funktionalistische Schichtungstheorie in den vierziger bis sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts ab, entwickeln beide Forschungstraditionen ihre Themen und Fragestellungen weitgehend unabhängig voneinander, und man gewinnt den Eindruck, es werden jeweils zwei verschiedene Gesellschaften beschrieben. Das ist ein unbefriedigender Zustand. Die beiden makrosoziologischen Hauptkonzepte können nicht isoliert voneinander zufriedenstellend entwickelt werden.

Was kann man von einer Verknüpfung der beiden Traditionsstränge der Soziologie erwarten? Der heutigen sehr stark empirisch ausgerichteten Ungleichheitsforschung kann sie helfen, wieder stärker Anschluss an theoretische Fragestellungen zu gewinnen; und der Differenzierungstheorie, die eine Tendenz zur Verkapselung in der Hermetik ihrer Gedankengebäude hat, vermag der Kontakt mit den Ergebnissen der Ungleichheitsforschung eine stärkere Bodenhaftung zu verschaffen. Die These eines Struktur- und damit eines Theorieprimats lässt sich nicht bestätigen. Die Beiträge machen vor allem deutlich, dass die zentralen soziologischen Problemfelder sich nur mittels einer Kombination von Differenzierungs- und Ungleichheitsanalyse erfassen lassen: Formen der Exklusion und Inklusion; die Geschlechter- und die ethnische Problematik; Ungleichheiten in Interaktionen, Organisationen, dem Arbeitsmarkt und in dem unter Erosionstendenzen leidenden Nationalstaat; Dynamik und Wachstum der Teilsysteme und daraus resultierende Folgeprobleme.

Die Beiträge dieses Bandes dokumentieren auf vielfältige Weise, dass man dank einer Kombination der beiden Soziologien mehr sehen und erklären und weiter blicken kann als die einzelne Tradition, die nur über eine Perspektive verfügt.




Hinweise zu den Autorinnen und Autoren

Michael Bommes, geb. 1954; Professor für Soziologie/Methodologie interkultureller und interdisziplinärer Migrationsforschung an der Universität Osnabrück (Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien – IMIS). Durchführung und Leitung deutscher und internationaler Forschungsprojekte im Bereich Migration: »Intercultural Relations and Citizenship: A Comparative Study of Australia, France and Germany« (mit C. Withol de Wenden/Frankreich und S. Castles/Australien; seit 1996); »Migration und kulturelle Differenz in Gemeinden – Eine historisch-systematische Untersuchung« (mit Klaus J. Bade; seit 2000); Evaluation der Implementierung des politischen Bildungsprogrammes »Miteinander – Erfahrungen mit Betzavta« (mit Ulrike Wolff-Jontofson; seit 2000); »The Political Economy of Migration in an Integrating Europe« (mit Maria Baganha/Portugal, Han Enzinger/Niederlande, John Salt und Andrew Geddes/Großbritannien, Sandra Lavenex/Schweiz, Emilio Reyneiri/Italien; seit 2001). Autor und Herausgeber von Büchern und Beiträgen zu den Themenbereichen und Problemfeldern Migration – Nationalstaat – Wohlfahrtsstaat, Folgen der Migration in Kommunen, Inklusionschancen ausländischer Jugendlicher in Erziehung und Ausbildung, methodologische Probleme der Migrationsforschung.

Nicole Burzan, Promotion 2002, ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie der FernUniversität Hagen. Forschungsschwerpunkte: Soziale Ungleichheit, empirische Forschung, Biographieforschung, Zeitsoziologie, u.a. Qualitative Untersuchung zur Zeitgestaltung im Alter. Veröffentlichungen u.a.: Zeitgestaltung im Alltag älterer Menschen. Eine Untersuchung im Zusammenhang mit Biographie und sozialer Ungleichheit, Opladen: Leske + Budrich, (2002); »Die Bedeutung der Biographie für die Zeitgestaltung im Alter«, in: BIOS. Zeitschrift für Biographieforschung, Oral History und Lebensverlaufsanalysen, Heft 1/2002 (15. Jg), S. 77-92; in Vorbereitung: Soziale Ungleichheit. Ein Überblick über ältere und neuere Ansätze, Westdeutscher Verlag, (2004) [derzeit bereits als Fernstudienkurs Nr. 3608 der FernUniversität in Hagen, Hagen 2003].

Nina Degele, geb.1963. Studium der Soziologie in München und Frankfurt. 1989 Diplom in Soziologie, danach wissenschaftliche Mitarbeiterin/Assistentin am Institut für Soziologie der LMU München. 1993 Promotion, 1998 Habilitation. Seit dem Sommersemester 2001 Professorin für Soziologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Buchveröffentlichung u. a.: Informiertes Wissen. Eine Wissenssoziologie der computerisierten Gesellschaft, Frankfurt am Main: Campus.

Hartmut Esser, geb 1943; Studium der Volkswirtschaftslehre und Soziologie in Köln; Professor für Soziologie und Wissenschaftslehre an der Fakultät für Sozialwissenschaften der Universität Mannheim. Derzeitige Interessenschwerpunkte: Probleme der Theoriebildung in den Sozialwissenschaften; Familien-Soziologie, Migration, interethnische Beziehungen, ethnische Konflikte; soziologische Handlungstheorien. Buchpublikationen u. a.: Soziale Regelmäßigkeiten des Befragtenverhaltens (1975); Wissenschaftstheorie, zwei Bände, (1977); Aspekte der Wanderungssoziologie (1980); (Hg. mit Jürgen Friedrichs): Generation und Identität (1990); Alltagshandeln und Verstehen. Zum Verhältnis von erklärenden und verstehender Soziologie am Beispiel von Alfred Schütz und Rational Choice (1991); (Hg. mit Klaus Troitzsch): Modellierung sozialer Prozesse (1991); Soziologie. Allgemeine Grundlagen (1993 und 1999); Soziologie. Spezielle Grundlagen, sechs Bände, (1999-2001).

Hans-Joachim Giegel, geb. 1940, ist Professor für Soziologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Veröffentlichungen u. a.: (Hg. mit Uwe Schimank) Beobachter der Moderne. Beiträge zu Niklas Luhmanns »Die Gesellschaft der Gesellschaft«, Frankfurt am Main: Suhrkamp (2003); (Hg.) Konflikt in modernen Gesellschaften, Frankfurt am Main: Suhrkamp (1998); (Hg.) Kommunikation und Konsens in modernen Gesellschaften, Frankfurt am Main: Suhrkamp (1992); »Moral und funktionale Differenzierung« in: Soziale Systeme 3 (1997) S. 325-348; (mit Gerhard Frank und Ulrich Billerbeck) Industriearbeit und Selbstbehauptung, Opladen: Leske + Budrich (1988); System und Krise. Kritik der Luhmannschen Gesellschaftstheorie, Frankfurt am Main: Suhrkamp (1975).

Martin Groß, geb. 1962. Studium der Soziologie, Philosophie und Psychologie an der Universität Heidelberg. Seit Ende 1993 Mitarbeiter am Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt Universität zu Berlin. 1998 Promotion zum Dr. rer. soc. und Leitung des Projekts »Atypische Beschäftigung und soziale Ungleichheit«. Veröffentlichungen u. a.: »Die Folgen prekärer Arbeitsverhältnisse für das Ausmaß sozialer Ungleichheit: Einkommensbenachteiligung befristeter Arbeitsverträge«, in: Lüttinger, Paul (Hg.), Sozialstrukturanalysen mit dem Mikrozensus, Mannheim (1999), S. 323-353; »Bildungssysteme, soziale Ungleichheit und subjektive Schichteinstufung: Die institutionelle Basis von Individualisierungsprozessen im internationalen Vergleich«, in: Zeitschrift für Soziologie 29 (2000), S. 375-396; »Auswirkung des Wandels der Erwerbsgesellschaft auf soziale Ungleichheit. Effekte befristeter Beschäftigung auf Einkommensungleichheit«, in: P. A. Berger, und D. Konietzka, (Hg.), Neue Ungleichheiten und Unsicherheiten der Erwerbsgesellschaft, Opladen (2001), S. 119-155; »Befristete Beschäftigung: Chance oder Risiko?«, in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 54 (2002) S. 85-108.; (mit Johannes Giesecke) »Temporary Employment: Chance or Risk?«, in: European Sociological Review 19 (2003), S. 161-177; »Educational Systems and perceived social inequalitiy. The institutional base of class formation«, in: European Societies 5 (2003), S. 193-225.

Lutz Leisering, Ph.D. (London School of Economics), ist Professor für Sozialpolitik an der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld und Vorstandsmitglied des Instituts für Weltgesellschaft. Arbeitsgebiete: Wohlfahrtsstaat (historisch, theoretisch, komparativ), Lebenslauf, Alterssicherung und Generationenbeziehungen, Armut und Sozialhilfe, globale Sozialpolitik und »neue Wohlfahrtsstaaten« in Ostasien/China. Nationale und internationale Politikberatung. Buchveröffentlichungen u. a.: Sozialstaat und demographischer Wandel. Wechselwirkungen – Generationenverhältnisse – politisch-institutionelle Steuerung, Frankfurt/New York: Campus (1992); (mit Stephan Leibfried u. a.) Zeit der Armut. Lebensläufe im Sozialstaat, Frankfurt: Suhrkamp (1995); (mit Stephan Leibfried) Time and Poverty in Western Welfare States. United Germany in Perspective, Cambridge: Cambridge University Press (1999und 2001); (mit Gong Sen) Old-Age Pensions for Rural China? From Land Reform to Globalization. Expertise für die Staatliche Entwicklungsplanungskommission der Volksrepublik China und die Asiatische Entwicklungsbank, Beijing/Bielefeld (2001); Die Kreativität des lokalen Sozialstaats. Die Modernisierung der kommunalen Sozialhilfeverwaltungen in Deutschland (1990-2000) und internationale Reformerfahrungen (mit Beiträgen von B. Hilkert, Frank Berner, Uwe Schwarze u. a.), Opladen: Leske und Budrich (2003).

Armin Nassehi, geb. 1960, ist seit 1998 Professor für Soziologie an der LMU München. Arbeitsschwerpunkte: Kultursoziologie, Politische Soziologie, Religionssoziologie. Wissens- und Wissenschaftssoziologie. Buchveröffentlichungen u. a.: Geschlossenheit und Offenheit. Studien zur Theorie der modernen Gesellschaft, Frankfurt am Main: Suhrkamp (2003); (Hg. mit Markus Schroer) Der Begriff des Politischen, Sonderheft der Zeitschrift Soziale Welt, Baden-Baden: Nomos (2003); Differenzierungsfolgen. Beiträge zur Soziologie der Moderne, Opladen: Westdeutscher Verlag (1999); (Hg. mit Georg Kneer und Markus Schroer): Soziologische Gesellschaftsbegriffe. Konzepte moderner Zeitdiagnosen, München: Fink (UTB) (1997); (Hg. mit Toru Hijikata) Riskante Strategien. Beiträge zur Soziologie des Risikos, Opladen: Westdeutscher Verlag (1997); (Hg. mit Rolf Eickelpasch) Utopie und Moderne, Frankfurt am Main: Suhrkamp (1996).

Gerd Nollmann, geb. 1967. Promotion zum Dr. phil. an der Universität Münster 1997; seit 2001 wissenschaftlicher Assistent an der Universität GH Duisburg. Forschungsschwerpunkte: Soziologische Theorie, Soziale Ungleichheit und sozialer Wandel, Die Beziehungsgesellschaft, Berufliche Mobilität. Buchpublikationen: (mit Georg u. Renate Weber, Armin Nassehi, Georg Kneer, Irmhild Saake) Migration in der modernen Gesellschaft am Beispiel der Siebenbürger Sachsen, Wiesbaden: Westdeutscher Verlag (2003); Konflikte in Interaktion, Gruppe und Organisation. Zur Konfliktsoziologie der modernen Gesellschaft, Opladen: Westdeutscher Verlag 1997.

Uwe Schimank, geb. 1955; seit 1996 Professor für Soziologie an der FernUniversität GHS Hagen. Forschungsschwerunkte: Moderne soziologische Gesellschaftstheorien, insbesondere die Verknüpfung system- und akteurtheoretischer Herangehensweisen, Theorien gesellschaftlicher Differenzierung, Soziologische Gegenwartsdiagnosen, Spezielle Soziologien: Wissenschaftssoziologie, Sportsoziologie, Soziologie der Massenmedien. Publikationen u. a.: (mit Ute Volkmann) Soziologische Gegenwartsdiagnosen II: Vergleichende Sekundäranalysen, Opladen: Leske + Budrich (2002); Das zwiespältige Individuum. Zum Person-Gesellschaft-Arrangement der Moderne, Opladen: Leske + Budrich (2002); (Hg. mit Erhard Stölting) Die Krise der Universitäten. Leviathan Sonderheft 20, Wiesbaden: Westdeutscher Verlag (2001); (Hg. mit Raymund Werle) Gesellschaftliche Komplexität und kollektive Handlungsfähigkeit,. Frankfurt am Main.: Campus (2000); Handeln und Strukturen. Einführung in eine akteurtheoretische Soziologie, München: Juventa (2000, 2. unveränderte Auflage 2002); Theorien gesellschaftlicher Differenzierung, Opladen: Leske + Budrich (UTB) (1996, 2. unveränderte Auflag 2000); (mit Karl-H. Bette) Doping im Hochleistungssport: Anpassung durch Abweichung, Frankfurt am Main: Suhrkamp (1995, japanische Übersetzung: 2001; Hochschulforschung im Schatten der Lehre,Frankfurt am Main: Campus. (1995).

Thomas Schwinn, geb. 1959; Studium der Soziologie und Politischen Wissenschaft. Von 1993 bis 1999 Wissenschaftlicher Assistent und von 2000 bis 2003 Oberassistent am Institut für Soziologie der Universität Heidelberg. Seit 2003 Professor für Soziologie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Forschungsschwerpunkte: Divergenz und Konvergenz in den globalen Entwicklungen und die Vervielfältigung der Moderne, Differenzierungstheorie, soziologische Theorie, Mikro-Makro-Problematik, Max Weber. Publikationen u. a.: Jenseits von Subjektivismus und Objektivismus. Max Weber, Alfred Schütz und Talcott Parsons, Berlin: Duncker Humblot 1993; »Funktionale Differenzierung – wohin?«, in: Berliner Journal für Soziologie 5, 1995: 25-39; »False Connections: Systems and Action Theories in Neofunctionalism and in Jürgen Habermas«, in: Sociological Theory 16, 1998: 75-95; »Staatliche Ordnung und moderne Sozialintegration«, in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 53 (2001): 211-232; Differenzierung ohne Gesellschaft. Umstellung eines soziologischen Konzepts, Weilerswist: Velbrück 2001. »Weltgesellschaft oder multiple Moderne«, erscheint im ersten Sonderband der Zeitschrift für Soziologie 2004 zum Thema »Weltgesellschaft«.

Rudolf Stichweh, geb. 1951. Studium der Soziologie und Philosophie an der FU Berlin und der Universität Bielefeld. 1985-1989 MPI für Gesellschaftsforschung, Köln; 1987 Maison des Sciences de l'Homme, Paris; 1989-1994 MPI für europäische Rechtsgeschichte, Frankfurt am Main; 1994-2003 Professor für soziologische Theorie an der Universität Bielefeld; seit Herbst 2003 Professor für allgemeine Soziologie an der Universität Luzern. Buchveröffentlichungen u a.: Zur Entstehung des modernen Systems wissenschaftlicher Disziplinen – Physik in Deutschland 1740-1890, Frankfurt am Main: Suhrkamp (1984); Der frühmoderne Staat und die europäische Universität. Zur Interaktion von Politik und Erziehungssystem im Prozeß ihrer Ausdifferenzierung (16.-18. Jahrhundert), Frankfurt am Main.: Suhrkamp (1991); Wissenschaft, Universität, Professionen. Soziologische Analysen, Frankfurt am Main: Suhrkamp (1994); Die Weltgesellschaft: Soziologische Analyse, Frankfurt am Main: Suhrkamp 2000.

Hermann Strasser, geb. 1941, ist Professor für Soziologie (Soziologische Theorie, Sozialstrukturanalyse, Kultursoziologie) an der Universität Duisburg. Forschungsschwerpunkte: Soziale Ungleichheit und sozialer Wandel in Industriegesellschaften, insbesondere Reichtum, »Beziehungen«/soziales Kapital, Lebensstile, Arbeitslosigkeit. Buchpublikationen u. a.: (mit Susan C. Randall) Einführung in die Theorien des sozialen Wandels, Darmstadt: Luchterhand (1979); (mit Klaus Haack) Probleme der Industriegesellschaft. Sozialwissenschaftliche Materialien, Stuttgart: Klett (1985); (mit B. Erbslöh u. a.), Das Ende der Klassengesellschaft? Eine empirische Studie zu Sozialstruktur und Bewußtsein in der Bundesrepublik, Regensburg: Transfer-Verlag, (1990); (mit T. Schweer) Cocas Fluch: Zur gesellschaftlichen Karriere des Kokains, Opladen: Westdeutscher Verlag (1994); (mit Gabriele Klein u. a.) Arbeitslos in Duisburg: Evaluation von Modellmaßnahmen zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit, Duisburg: Sokoop-Verlag (1996); (mit Harold Kerbo) Modern Germany, New York: McGraw-Hill (2000).

Michael Vester, geb. 1939, ist Professor für Politische Wissenschaft an der Universität Hannover. Arbeitsschwerpunkte: politische Sozialstruktur-, Milieu- und Mentalitätsanalyse; soziale Bewegungen; politische Lernprozesse und Akteure der mittleren Machtebene der Politik (u. a. Gewerkschaften, Kirchen, Bildungseinrichtungen, NGOs, Medien der öffentlichen Meinung). Buchveröffentlichungen u. a: (Hg. mit Helmut Bremer und Wolfgang Vögele, Soziale Milieus und Kirche, Würzburg: Ergon-Verlag (2002); (mit Peter von Oertzen, Heiko Geiling, Thomas Hermann und Dagmar Müller) Soziale Milieus im gesellschaftlichen Strukturwandel. Zwischen Integration und Ausgrenzung, suhrkamp taschenbuch wissenschaft 1312, Frankfurt am Main (2001); (Hg. mit Peter A Berger) Alte Ungleichheiten – neue Spaltungen, Opladen: Leske + Budrich (1998); (Hg. mit Michael Hofmann und Irene Zierke) Soziale Milieus in Ostdeutschland. Gesellschaftliche Strukturen zwischen Zerfall und Neubildung, Köln (1995);

Bernd Wegener studierte Psychologie, Soziologie Philosophie und Literaturwissenschaften an den Universitäten Freiburg, München und Hamburg. Von 1987-1993 Professor für Soziologie an der Universität Heidelberg; seit 1993 an der Humboldt Universität zu Berlin. Jüngere Veröffentlichungen u. a.: (mit H.-P. Müller) Soziale Ungleichheit und soziale Gerechtigkeit (1995); (mit G. Jasso) »Methods for Empirical Justice Analysis: Part 1 –Framework, Models, and Quantities«, in: Social Justice Research (1998); »Social Justice Beliefs in Transition: Eastern and Central Europe 1991-1996«, in: Social Justice Research (Special Issue 2000); Ist soziale Gerechtigkeit das, was die Leute dafür halten? Zum Verhältnis von normativer und empirischer Gerechtigkeitsforschung, Wien: Passagen Verlag (2001); »Solidarity, Justice, and Social Change: Germany's Ten Years of Unification«, in: D. Pollack, J. Jacobs, O. Müller und G. Pickel (Hg.), Political Culture in Post-Communist Europe. Attitudes in New Democracies, Ashgate: Aldershot (2003).