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Der Sinn im Nein und die Gabe des Gesprächs

Joachim Küchenhoff
Der Sinn im Nein und die Gabe des Gesprächs
Psychoanalytisches Verstehen zwischen Philosophie und Klinik
387 Seiten, gebunden
1. Auflage 2013
ISBN 978-3-942393-75-1
Buchausgabe bei Velbrück Wissenschaft 29,95
E-Book 19,80 Euro

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Wie gut lässt sich der Andere verstehen? Wo liegen die Grenzen des Verstehens? Wann verändert der Verstehensprozess den Menschen und ist heilsam? Das sind Grundfragen der Psychoanalyse, aber nicht nur von ihr. Das Ringen um die Möglichkeiten und Grenzen des Verstehens verbindet sie mit der Philosophie, insbesondere der philosophischen Hermeneutik. Der Dialog mit der Philosophie bereichert die Psychoanalyse um Denkansätze, umgekehrt liefert die Psychoanalyse, und mit ihr die klinische Begegnung, der Philosophie Erfahrungen, an denen diese sich abarbeiten kann.

Die Frage etwa, wie eine Therapie mit Worten wirkt, lässt sich besser beantworten, wenn das Gespräch nicht bloss als Austausch, sondern – philosophisch begründet – als »Gabe von Worten« aufgefasst wird. Eine philosophische Theorie des Negativen kann dabei helfen, in der therapeutischen Begegnung mit schwerem seelischen Leiden das Symptom nicht als Defizit, sondern als verstehbaren Ausdruck zu sehen, ja vielleicht sogar die Zerstörung von Sinn als sinnvoll zu erkennen. Bildwissenschaftliche Analysen schliesslich können darüber aufklären, was ein »inneres Bild« sein könnte und wie bildhafte und sprachliche Erfahrungen einander ergänzen oder in Frage stellen.

Der interdisziplinäre Dialog ist keine Einbahnstrasse, sondern bereichert die eine wie die andere Seite. Aber es geht nicht allein um Erkenntnis und theoretischen Fortschritt. Die psychoanalytische Theorie ist eng mit der therapeutischen Praxis verknüpft. An ihr muss sich der Dialog bewähren, indem die konkrete klinische Arbeit durch eine philosophisch informierte Psychoanalyse gewinnt – und damit der leidende Mensch, der sich der Psychoanalyse anvertraut.


Joachim Küchenhoff, geb. 1953, ist Professor für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Basel sowie Chefarzt und ärztlicher Leiter Psychiatrie Baselland, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie.
Die Schwerpunkte seiner Arbeit: interdisziplinäre Forschung in Kulturwissenschaften und Psychoanalyse, psychoanalytische Theorie sowie Psychotherapieforschung, Körpererleben und Psychosomatik.
Bei Velbrück Wissenschaft hat er veröffentlicht: Die Achtung vor dem Anderen. Psychoanalyse und Kulturwissenschaften im Dialog, 2005; (als Herausgeber mit Emil Angehrn): Die Vermessung der Seele. Konzepte des Selbst in Philosophie und Psychoanalyse (2009); Macht und Ohnmacht der Sprache. Philosophische und psychoanalytische Perspektiven (2012); Die Arbeit des Negativen. Ansätze negativistischen Denkens in Philosophie und Psychoanalyse (2013).