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Demokratie als Lebensform
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Demokratie als Lebensform

Günter Dux
Demokratie als Lebensform
Die Welt nach der Krise des Kapitalismus
352 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-942393-43-0
Buchausgabe bei Velbrück Wissenschaft 39,90 Euro

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Demokratie ist nur unzureichend verstanden, wenn sie im öffentlichen Bewusstsein wie in der Wissenschaft verstanden wird: als eine Verfassungsform, in der die politische Meinungs- und Willensbildung für jeden offen ist. Gewiss, doch im Fluchtpunkt der Offenheit der formalen Verfasstheit der Demokratie liegt ihre materiale Zielvorgabe: Demokratie, ist die Verfassungsform, die dazu bestimmt ist, allererst die gesellschaftlichen Bedingungen einer selbstbestimmten Lebensführung des Subjekts zu schaffen.

Die humane Lebensform sieht sich in der Neuzeit, das ist der Ausgangspunkt der Studie, an die Demokratie gebunden. Zielvorgabe der Demokratie ist es, für die Anforderungen der humanen Lebensform allererst die gesellschaftlichen Bedingungen zu schaffen. In ihrem Fluchtpunkt liegt die selbstbestimmte Lebensführung eines jeden Subjekts. Mit der selbstbestimmten Lebensführung rückt die geistige, von Sinn bestimmte Lebensführung in den Fokus der Erörterung. Die anthropologische Tiefendimension der Demokratie gewinnt deshalb eine herausragende Bestimmung in der Reflexion der Demokratie, weil sich die humane Lebensform in der Neuzeit der Bedrohung ausgesetzt sieht. Zwar ist, sagt Dux, die Demokratie mit der Ausbildung des politischen Systems in die Marktgesellschaft eingegangen, zugleich aber durch deren kapitalistische Organisationsform auch desavouiert worden. Die historisch-genetische Reflexion, mit der der Autor dem Konflikt zwischen Demokratie und kapitalistisch verfasster Marktgesellschaft von der Französischen Revolution bis zur Krise der Gegenwart folgt, soll diese Bedrohung sichtbar machen. Der Kampf um die Demokratie ist im Grunde ein Kampf um die humane Lebensform.

Die Krise der Gesellschaft in der Gegenwart stellt den zweiten Schwerpunkt der Reflexion des Buches dar. Dux hat die Daten und Prognosen der Umweltforschung rezipiert. Und er hat die Unausweichlichkeit rezipiert, mit der sich die Belastung der Umwelt fortsetzt, wenn sich das extensive Wachstum der Ökonomie fortsetzt. Wir müssen umdenken, darin ist sich der Autor mit manch anderem einig. Nur muss sich das Umdenken, folgt man den Reflexionen der Studie, auf die kapitalistische Organisationsform der Marktgesellschaft richten, auf die ihr zugrunde liegende Logik der Kapitalakkumulation, denn die ist es, die das für die Umwelt bedrohliche Wachstum bewirkt. Auch die gegenwärtige Währungskrise wird, jenseits ihrer finanztechnischen Genese von ihrem soziologischen Bodensatz: der kapitalistischen Organisationsform der Marktgesellschaft, bewirkt. Das ökonomische System leistet nicht, was es leisten müsste, und das politische System ist auf das ökonomische eingeschworen. Die Kreditaufnahme ist das Mittel der Wahl, um der Defizienz zu begegnen.

Die Wissenschaft kann sich, das ist die Kernthese der Reflexion der Krise, der Konsequenz nicht entziehen, die sich aus der ungemeinen Bedrohung der Umwelt für die Organisationsform der Gesellschaft ergibt. Sie muss darauf aus sein, die Notwendigkeit und Möglichkeit einer anderen Form der Marktgesellschaft einsichtig zu machen. Nach den Zielvorgaben der neuen Gesellschaft braucht man nicht erst zu suchen. Maß und Maßstab der neuen Gesellschaft sind der Menschheit mit dem Junktim zwischen humaner Lebensform und Demokratie vorgegeben. Das Buch wird deshalb zu einer Reflexion über die Dekonstruktion des Kapitalismus durch eine Dekapitalisierung von Produktion und eine Dekapitalisierung auch der Verteilung.

AUTOR

Günter Dux, geb. 1933. Seit 1974 Professor an der Universität Freiburg. 1995 Leibnizprofessor der Universität Leipzig. Seit 1998 Em. Arbeitsgebiete: Theorie der Gesellschaft, Theorie des sozialen und kulturellen Wandels, Wissens- und Kulturtheorie, Normtheorie.

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