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Implizites Wissen
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Implizites Wissen

Jens Loenhoff (Hg.)
Implizites Wissen
Epistemologische und handlungstheoretische Perspektiven
284 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-942393-48-5
Buchausgabe bei Velbrück Wissenschaft 29,90 Euro

E-Book (PDF) 19,80 Euro

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Insbesondere aufgrund neuerer Entwicklungen im Kontext praxeologischer und pragmatistischer Sozial- und Gesellschaftstheorien ist in den letzten Jahren das Interesse am Konzept des impliziten Wissens stark gestiegen. Es zeichnet sich ein Diskussionszusammenhang ab, der es lohnend erscheinen lässt, diejenigen Überlegungen zusammenzuführen, die dieses Konzept aufgreifen.


Jenseits einer noch ausstehenden systematischen Reflexionsgeschichte impliziten Wissens zeigt sich recht deutlich, dass diejenigen Entwürfe, die überhaupt zum Problem impliziten Wissens Stellung beziehen, einer Dezentrierung und Detranszendentalisierung des Subjekts als erkenntnistheoretischer Leitkategorie folgen. So liegen etwa im Pragmatismus Deweys, in der sprachanalytischen Philosophie Wittgensteins oder der Fundamentalontologie Heideggers, die jeweils mit unterschiedlicher grundbegrifflicher Weichenstellung ihren Ausgang von der Analyse des problemlösenden Umgangs mit einer widerständigen Realität nehmen, für sozialwissenschaftliche Erkenntnisinteressen außerordentlich fruchtbare Zugänge zur Bestimmung impliziten Wissens.


Neben der aus diesen Quellen schöpfenden Kritik an normativistischen und rationalistischen Handlungstheorien, die Akteuren vornehmlich die Steuerung durch vernünftige Überzeugungen und die Orientierung an expliziten Regeln und manifesten Zwecksetzungen unterstellen, haben schließlich auch praxistheoretische oder praxeologische Ansätze die Bedeutung impliziten Wissens als Ressource für die kreative und flexible Situationsbewältigung entdeckt.

Die Einleitung kontextualisiert das Problem impliziten Wissens und die damit verbundenen Hauptfragestellungen zunächst im Spannungsfeld epistemischer Grundpositionen, um anschließend seine Bedeutung für handlungs- und kommunikationstheoretische Ansätze zu skizzieren. Nach einer Reihe von Hinweisen auf die Rolle impliziten Wissens im Bezugsrahmen gesellschaftstheoretischer Überlegungen werden abschließend einige Erwartungen an die zeitgenössische Theoriediskussion und an zukünftige Forschungskontexte formuliert.


Jens Loenhoff, Prof. Dr., seit 2007 Inhaber des Lehrstuhls für Kommunikationswissenschaft an der Universität Duisburg-Essen. 2010 Wahl zum ordentlichen Mitglied der Klasse I ? Philosophie und Kulturhistorische Wissenschaften der Europäischen Akademie der Wissenschaften und der Künste.
Forschungsschwerpunkte: Kommunikationstheorie und ihre Problemgeschichte, interkulturelle Kommunikationsforschung, technisch vermittelte Kommunikation. Veröffentlichungen u. a.: Die kommunikative Funktion der Sinne. Theoretische Studien zum Verhältnis von Kommunikation, Wahrnehmung und Bewegung, (2001); Interkulturelle Verständigung. Zum Problem grenzüberschreitender Kommunikation (1992).

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