Hannes Kuch und Steffen K. Herrmann (Hg.)
Philosophien sprachlicher Gewalt
21 Grundpositionen von Platon bis Butler
440 Seiten, gebunden
1. Auflage 2010
ISBN 978-3-938808-98-6
Buchausgabe bei Velbrück Wissenschaft 29,90 Euro
E-Book (PDF) 19,80 Euro
Sprache und Gewalt können ohne Zweifel gegeneinander wirken: Die dialogische Kraft des Gesprächs vermag den gewaltsamen Konflikt zu suspendieren. Zugleich jedoch bilden Sprache und Gewalt nicht nur einen Gegensatz, sondern sind auch aufeinander bezogen: So können wir in der Sprache vergangene Gewalttaten wieder wachrufen oder zukünftige androhen. Doch Sprache und Gewalt sind auch ineinander verwoben: Sprache selbst kann verletzen. Die Edition fragt nach diesem intrinsischen Zusammenhang von Sprache und Gewalt. Sie zeigt anhand von unterschiedlichen philosophischen Grundpositionen, dass sich die Gewalt der Sprache vom ›verletzenden Sprechakt‹ auf der einen bis hin zur ›strukturellen Ur-Gewalt‹ der Sprache auf der anderen Seite erstreckt.
Die ›Gewalt der Sprache‹ entfaltet der Sammelband anhand von ausgewählten Autorenportraits, die vom philosophischen Klassiker (Platon oder Hobbes) bis hin zu viel diskutierten Gegenwartsdenkerinnen und -denkern reichen (Honneth oder Butler). Ihren philosophischen ›Gesprächspartnern‹ nähern sich diese Porträts dabei auf unterschiedlichen Wegen.
Die Herausgeber
Steffen K. Herrmann, M. A., studierte Philosophie, Soziologie und Literatur in Frankfurt am Main und Berlin. Promotion 2012 am Institut der Philosophie der Freien Universität Berlin mit einer Arbeit über: Symbolische Verletzbarkeit. Die Grundlegung des Sozialen (summa cum laude). Seit 2019 Gastprofessor im Institut für Philosophie an der Fern-Universität in Hagen und seit 2014 Vertreter des akademischen Mittelbaus im Fakultätsrat Kultur- und Sozialwissenschaften.
Hannes Kuch, M. A., studierte Philosophie, Soziologie und Volkswirtschaftslehre in Frankfurt am Main und an der FU Berlin. Promoviert derzeit in Philosophie zu einer Theorie der symbolischen Macht im Anschluss an Hegels Herr/Knecht-Figur. Steffen K. Herrmann, M. A., studierte Philosophie, Soziologie und Literatur in Frankfurt am Main und Berlin. Promoviert derzeit mit einer Arbeit über 'Symbolische Verletzbarkeit. Über Anerkennung und Missachtung' zur Gewalt der Sprache im Anschluss an Hegel und Levinas. Die beiden Herausgeber sind wissenschaftliche Mitarbeiter an der FU Berlin am SFB ›Kulturen des Performativen‹ im Projekt 'Zur Performanz sprachlicher Gewalt oder: Warum Worte verletzen'. Zusammen mit Sybille Krämer haben sie herausgegeben: Verletzende Worte. Die Grammatik sprachlicher Missachtung, Bielefeld 2007.